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Lehrveranstaltungen

Systemergonomie / Human Systems Integration

Wintersemester 2017/2018

Beschreibung

Je komplexer Technik wird, je größer und sicherheitskritischer die Systeme aus Menschen und Technik werden, desto wichtiger wird es, technische Sichtweisen mit systematischer Gestaltung und Integration dieser Systeme unter spezieller Berücksichtigung des Menschen zu verbinden. Dies kann die Systemergonomie leisten:
Systemergonomie ist die interdisziplinäre Wissenschaft von der menschgerechten Gestaltung sozio-technischer Produkte und Systeme auf der Grundlage der Ergonomie, der Systemwissenschaft und des Systems Engineering. Ziel der Systemergonomie ist eine erfolgreiche Integration von Menschen und technischen (Unter-) Systemen, wie dies auch im englischen Begriff Human Systems Integration zum Ausdruck kommt.
Die dabei angestrebte Vorgehensweise ist ganzheitlich und ausbalanciert. Ganzheitlich bedeutet, dass bei der Gestaltung eines sozio-technischen Systems im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen alle wichtigen Interessen und Faktoren inklusive der Auswirkungen auf die einbettenden Systeme (z.B. auf das Ökosystem) angemessen berücksichtigt werden. Ausbalanciert bedeutet, dass Spannungsfelder (wie Mensch-Technik, konstruktives Vorgehen und kritische Überprüfung, subjektive Einschätzungen und objektive Leistungsmaße, oder zunächst diametrale Systemeigenschaften wie Sicherheit, Performanz und Akzeptanz) so aufgespannt, überbrückt und kombiniert werden, dass insgesamt ein stimmiges, gutes sozio-technisches System entsteht.
Die Vorlesung besteht aus 12 Vorlesungseinheiten, kombiniert mit Blockübungen. Die Vorlesung startet mit einem historischen Blick über das Handwerk, die Wissenschaft und die Kunst der Systemgestaltung. Es folgen die Grundlagen der Systemwissenschaft und des Systems Engineering, sowie die für die Systemgestaltung wichtigsten physiologischen und psychologischen Eigenschaften des Menschen. Neben der Behandlung wichtiger Systemeigenschaften wie Performanz, Sicherheit, Akzeptanz und Robustheit bzw. Resilienz beschäftigt sich der zentrale Teil der Vorlesung und Übung mit dem Vorgehen bei der Gestaltung von Mensch-Maschine Systemen in den Phasen Analyse, Anforderungserstellung, Design incl. des Interaktions- und Interface-Designs, Implementierung incl. Rapid Prototyping und Anknüpfungspunkte zum Concurrent Engineering, sowie abschließend mit der Evaluierung und Überprüfung incl. der Gebrauchstauglichkeitsüberprüfung (Usability assessment). Der Vorlesungsstoff wird mit aktuellen Beispielen aus der Verkehrssystemtechnik, der Luft- und Raumfahrt, der Produktion, der Energiesystemtechnik und dem Web-Design veranschaulicht. In den Übungen können kleinere Mensch-Maschine Systeme gestaltet und z.B. im Simulator überprüft werden.