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Projekte

Partizipative und prospektive Arbeitsgestaltung – reloaded

01.10.2018 - 30.09.2021

Herausforderungen

Die Vision der Industrie 4.0. erzeugt Unsicherheit – auch in den Unternehmen, die den digitalen Wandel vorantreiben sollen. Diese Unsicherheit betrifft die Gestaltungsoptionen ebenso, wie die Auswirkungen, Chancen und Risiken, die mit diesem Veränderungsprozess einhergehen. Gerade in dieser Phase gilt es, basierend auf arbeitswissenschaftlichen Analysen Gestaltungsempfehlungen abzuleiten und die technologiezentrierten Ansätze in einen sozio-technischen Transformationsprozess zu überführen. Voraussetzung hierfür sind Instrumente, die die kriteriengeleitete Analyse und Bewertung von Arbeitstätigkeiten bereits im Entwurf unterstützen und auf die aktuellen Bedingungen und Gestaltungsoptionen zugeschnitten sind. Das Projekt widmet sich in Fallstudien in produzierenden Unternehmen den klassischen Analyseverfahren, zeigt Anpassungsbedarfe auf und generiert Gestaltungsbeispiele.

Kontext

Das Vorhaben steht im Kontext von Digitalisierung und Industrie 4.0. Indem es die tätigkeitsbezogenen Auswirkungen in den Blick nimmt, unterstützt das Projekt die Offenlegung und die Ausschöpfung von Potenzialen der Beteiligung im Rahmen einer vorausschauenden, lern- und entwicklungsförderlichen Arbeitsgestaltung. Analyse, Bewertung und Gestaltung von Arbeitstätigkeiten gehören zu den Kernaufgaben der Arbeitswissenschaft. Die dabei zur Anwendung kommenden Kriteriensysteme schließen neben der Ausführbarkeit, Schädigungslosigkeit und Beeinträchtigungsfreiheit auch Kriterien der Persönlichkeitsentwicklung und -entfaltung sowie Standards sozialer Angemessenheit mit ein, um die Selbstbestimmung der Beschäftigten sowie deren berufliche und gesellschaftliche Teilhabe zu gewährleisten und eine nachhaltige Arbeitsgestaltung im Kontext Digitalisierung zu befördern. Vor diesem Hintergrund sollen Veränderungen von Arbeitstätigkeiten evaluiert werden.

Fragestellung:

Ziel des Vorhabens ist es, die Eignung von klassischen Verfahren und Instrumenten der Arbeitsanalyse und -gestaltung für den Einsatzkontext zu untersuchen und notwendige Anpassungsbedarfe aufzuzeigen. Hierzu werden u.a. diese Fragestellungen adressiert: Welche Auswirkungen haben Veränderungen durch Industrie 4.0-/Digitalisierungskonzepte auf die Vollständigkeit von Produktionstätigkeiten? Haben sich Tätigkeiten, vor allem im Hinblick auf Kriterien, die der Beurteilungsebene der Persönlichkeitsentfaltung/-entwicklung zuzuordnen sind, bereits verändert oder bieten sich Potenziale für entsprechende, positiv gerichtete Veränderungen? Können monotone Tätigkeiten um Elemente der Planung und Kontrolle erweitert und die Beteiligungs- und Selbststeuerungsmöglichkeiten verbessert werden? Oder reduzieren sich die Potenziale für eine motivations- und persönlichkeitsförderliche Arbeitsgestaltung? Wie müssen adäquate Instrumente zur partizipativen und prospektiven Arbeitsgestaltung gestaltet sein?

Untersuchungsmethoden:

Im Vorhaben sollen sechs Fallstudien in mindestens zwei, maximal sechs verschiedenen produzierenden Unternehmen durchgeführt werden. Betrachtet werden sollen sechs typische Produktionstätigkeiten, die unterschiedlichen Arbeitsformen und Aufgabenbereichen (z.B. manuelle Arbeit, Maschinenbedienung, Instandhaltung) zugeordnet werden können und Gegenstand eines digitalen Veränderungsprozesses sind. Zur Arbeitsanalyse werden mehrere existierende Instrumente vergleichend eingesetzt, die unterschiedliche Erhebungsmethoden vorsehen (z.B. Dokumentenanalyse, Beobachtungsinterview). Die Erfahrungen mit den eingesetzten Verfahren münden in arbeitswissenschaftlich evaluierte Fallbeispiele sowie in Erkenntnisse, die eine Beurteilung der Eignung der Instrumente ermöglichen und Anpassungsbedarfe für die partizipative und prospektive Arbeitsgestaltung offenlegen. Die Erkenntnisse sollen in Form eines Lastenheftes konsolidiert und in einem webbasierten Demonstrationstool verwertbar gemacht werden.

Projektträger

Das Vorhaben „Partizipative und prospektive Arbeitsgestaltung - Reloaded“ wird im Rahmen des Forschungsschwerpunktes „Strukturwandel und Innovation“ von der Hans-Böckler-Stifung gefördert.

Projektpartner

  • Otto-Fuchs KG