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Projekte

INDIZ

Innovationen digitaler Plattformsysteme für die arbeitswissenschaftliche, ethische, rechtliche und soziale Zukunftsgestaltung

01.01.2019 - 31.12.2020

Kurzbeschreibung

Das Projekt INDIZ zielt auf die empirische Identifizierung, Priorisierung und übersichtliche Aufarbeitung der ethischen, rechtlichen und sozialen Implikationen (ELSI) – die auch explizit die arbeitswissenschaftlichen und soziologischen Aspekte umfassen sollen – von digitalen Plattformsystemen sowie der Ableitung von Gestaltungsempfehlungen zur Kompensation von unerwünschten Auswirkungen ab.

Ziele

Ziel des Projektes ist es, ethische, rechtliche und soziale Implikationen (ELSI) digitaler Plattformsysteme, welche insbesondere auch arbeitswissenschaftliche und soziologische Aspekte umfassen sollen, mittels Empirie zu identifizieren, zu priorisieren und übersichtlich aufzuarbeiten. Basierend darauf sollen Gestaltungsempfehlungen und Handlungsstrategien entwickelt werden. Forschungsfragen, die dabei beantwortet werden sollen, sind unter anderem: Welche Priorität haben ELSI-Aspekte hinsichtlich der notwendigen Berücksichtigung in Forschungs- und Innovationsentwicklungsprojekten? Wie könnten sich digitale Plattformsysteme in naher und ferner Zukunft weiterentwickeln und Rahmenbedingungen für „gute Arbeit“ schaffen? Wie wirken sich digitale Plattformen für Bürgerinnen und Bürger aus?

Herausforderungen

Das eigene Geschäftsmodell auf der Grundlage digitaler Plattformsysteme aufzubauen, erscheint wegen der Vielzahl an erfolgreichen Vorbildern, die sich zu sogenannten „Global Playern“ weiterentwickelt haben, aus Sicht eines Unternehmers ein erstrebenswertes Konzept darzustellen. So ist es nicht verwunderlich, dass viele neue Unternehmen bzw. Start-ups ein solches, auf digitalen Plattformsystemen aufbauendes Geschäftsmodell wählen und um innovative Aspekte erweitern, um dann eine zumeist hybride Wertschöpfung zu verwirklichen. Dabei stellt die plattformbasierte Arbeit jedoch Wirtschaft und Politik sowie die Gesamtgesellschaft vor neue technologische, organisatorische, aber auch ethische, rechtliche und soziale Herausforderungen, die bislang wenig erforscht sind. Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass die Beschäftigten als Personengruppe kaum in den derzeit vorherrschenden Diskurs miteinbezogen werden. Eine Diskussion, die sich auf den Bedarf und die Bedürfnisse von Mitarbeitern, Plattformbetreibern und Start-ups richtet, erweist sich als schwierig. Um diese jedoch nach dem Bedarf der dort arbeitenden Menschen ausrichten zu können, ist eine zielführende wissenschaftliche Forschung von Nöten, um den Herausforderungen und Risiken für alle Stakeholder frühzeitig Lösungen entgegenbringen zu können.

Vorgehen und Methoden

Im Projekt sind sowohl bestehende, vergangene als auch mögliche zukünftige Innovationstrends für digitale Plattformsysteme zu untersuchen. Um dies sicherzustellen, werden Innovationstrends mit interdisziplinären und transdisziplinären Erhebungsmethoden untersucht und alle relevanten Stakeholder eingebunden. Die dabei zum einsatzkommenden Theorien sind AMICAI als adaptierter Ansatz der technischen Fehlerzustands- und -auswirkungsanalyse und die Instrumentenkästen Foresight, Technologiefrüherkennung und Technologiefolgenabschätzung. Durch eine Implementierung der Methoden der Arbeitswissenschaft in die Instrumentenkästen der Innovations- und Zukunftsforschung, soll eine Anwendbarkeit über das Projekt hinaus gesichert werden.

Ergebnisse

Die Ergebnisse von INDIZ sollen gesellschaftliche und politische Fragestellungen im Bereich digitaler Plattformsysteme adressieren, deren Relevanz in Zukunft zunehmen wird. Sie sollen verschiedenen Teilbereichen, wie Politik, Wirtschaft sowie der breiten Gesellschaft in Form von Bürgerinnen und Bürgern, dazu verhelfen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt auf die derzeitige Entwicklung in diesem Bereich reagieren zu können. Gleichzeitig sollen die ökonomischen Potentiale der digitalen Plattformen für diese gesellschaftlichen Teilgruppen sowie Firmen und Start-up nutzbar gemacht werden. Konkret werden die Ergebnisse der Analysen für die Forschung sowie für Start-ups bzw. Unternehmen verständlich aufbereitet, sodass sie in deren spezifischen Tätigkeiten einbezogen werden können. Gleichzeitig sollen die im Projekt erstellten Handlungsleitfäden dazu verhelfen, unerwünschte Auswirkungen digitaler Plattformsysteme zu vermeiden.

Projektpartner

  • Institut für Soziologie, RWTH Aachen University
  • Innovation und Entrepreneurship (WIN), RWTH Aachen University
  • Institut für Arbeitswissenschaft, RWTH Aachen University

Fördergeber und Förderkennzeichen

Das Projekt INDIZ (FKZ: 16ITA206) stellt ein Vorhaben im Rahmen des Förderprogramms „Forschung und Innovation“ des BMBF dar. Projektträger ist der VDI/VDE Innovation und Technik GmbH.