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Projekte

Parkinson Companion

Mobiles Gesundheitssystem zur Unterstützung von Parkinsonpatienten

01.09.2017 - 31.08.2020

Kurzbeschreibung

Mit Bezug auf Parkinson-Diagnostik und insbesondere der Früherkennung lässt sich sagen, dass sich Jahre vor Beginn einer Bewegungsstörung der Schlaf und die Regulation vegetativer Körperfunktionen bei etwa der Hälfte der künftigen Parkinson-Patienten verändern.  Zum jetzigen Zeitpunkt steht jedoch kein breit verfügbares Screening- und Monitoring System zur Verfügung, welches diese Früherkennung leisten kann. Das Projekt Parkinson Companion zur Diagnostik von Schlaf und Vegetativum schließt diese Lücke im Screening und Monitoring der Parkinsonerkrankung. Dies kommt der Früherkennung, Diagnosesicherheit, Behandlungsqualität und vor allem der Lebensqualität von Parkinson-Patienten zugute.  

Ziele und Vorgehen

Ziel des Projektes ist es, ein mobiles, patientennahes Screening- und Monitoringsystem zur Frühdiagnose von Parkinson zu entwickeln. Im Fokus steht dabei die Früherkennung von Störungen des REM-Schlafes und anderer unterschwelliger Veränderungen von Körperfunktionen, wie z. B. verlangsamte Bewegungen oder Haltungsinstabilität. Dazu wird ein Sensorsystem entwickelt. Die Daten können dann über eine intuitiv zu bedienende Smartphone-Anwendung analysiert werden. Dazu werden prädiktive Algorithmen zur Diagnoseunterstützung entwickelt, welche eine automatische Datenauswertung und ein intelligentes Datenmanagement ermöglichen. Um für die Patienten eine bestmögliche Benutzung des Systems zu gewährleisten, wird die Smartphone-Anwendung sowie die Konfiguration und Gestaltung der Sensorik des ParkinsonCompanion nutzerzentriert entwickelt. Dies geschieht gemeinsam mit Patienten der Deutschen Parkinson-Selbsthilfe, niedergelassenen Ärzten sowie Partnern aus der Industrie.

Methode

Die Umsetzung des Parkinson Companion untergliedert diesen in die Entwicklung dreier unterschiedlicher Produkte: die Sensorik des Smart Devices, die Smartphone-Anwendung für den Patienten sowie die Analytics Engine.

Mit dem Smart Device wird eine körpernahe Sensorik mit Interaktionskomponente zur Aufnahme und Visualisierung von Daten entwickelt. Es werden die oben beschriebenen physiologischen Sensoren integriert. Schwerpunkt ist die Usability mit dem Fokus auf die leichte Handhabung bei der Anbringung der Sensorik. Zudem werden aus Smartphones bekannte Interaktionsmuster in die Bedienung integriert. Im Sinne der intersektoralen Bereitstellung von Daten und Informationen wird mit der Patienten App unter Anwendung von HL7 und IHE sowie der Elektronischen Fallakte eine Infrastruktur zur Versorgung von Parkinson-Patienten geschaffen. Mithilfe von HL7 FHIR wird zudem eine App angebunden, um Patienten ein höheres Maß an Partizipation zu geben und Daten besser visualisieren zu können. Die Analytics Engine wird mithilfe von Verfahren des Complex Event Processings hochfrequente Daten in Echtzeit auf (temporale) Muster hin untersuchen. Diese werden als relevante Interventions-Trigger an die Patienten und Mediziner über die Infrastruktur kommuniziert. Zudem werden Data Mining und Machine Learning Verfahren eingesetzt, um im Sinne der Prädiktion schon im Vorfeld solche Trigger aufzudecken, um Interventionen direkt einleiten zu können. Sämtliche Konzeptions- und Implementierungsprozesse unterliegen dem Konzept „Privacy-by-Design“ und berücksichtigen somit grundlegende Verfahren zur Sicherung von Daten. Die im Projekt verfolgten Ziele, Methoden und Rahmenbedingungen werden im Rahmen der am IAW gegründete Plattform Denkfabrethik mit Experten aus Forschung, Wirtschaft, Interessens- und Verbraucherverbänden sowie der fachfremden Öffentlichkeit diskutiert. Diese Initiative hat das Ziel, für die ethischen, sozialen und rechtlichen Aspekte der Digitalisierung zu sensibilisieren und dabei unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen. Hierbei unterstützt ein Beirat mit 13 Mitgliedern (Marburger Bund, Bundesärztekammer, Bundestag, Integrations- und Seniorenrat, Kath./Ev. Kirche, Medizinethik, Sozialverband, Telekom Healthcare, ZTG etc.). Alle Untersuchungen werden vor deren Durchführung durch die Ehtik-Kommission des Universitätsklinikums der RWTH Aachen überprüft und nach Befürwortung durchgeführt.