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Projekte

ATHEBOS

Analyse taktisch-operativer Handlungsabweichungen (Fehler) im Einsatzgeschehen von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben

01.09.2017 - 31.08.2019

Kurzbeschreibung

Die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) garantieren Sicherheit für die Bevölkerung Deutschlands. Doch auch solch ein leistungsfähiges System kann nicht fehlerfrei sein, was alle Führungsebenen betrifft. Im Projekt ATHEBOS wird eine Analyse von Fehlern im Einsatzgeschehen von BOS durchgeführt und eine Kategorisierung von Handlungsabweichungen erfolgen. Die Erkenntnisse fließen in die Entwicklung von Leitlinien zum Umgang mit Fehlern ein, welche einen Wandel der Fehlerkultur in allen Phasen des Führungsvorganges bewirken sollen. Über Empfehlungen zur Ergänzung von Ausbildungsrahmenplänen sowie durch die Konzeption von Weiterbildungen werden weitere Maßnahmen getroffen, um das individuelle und organisationale Lernen zu unterstützen.

Herausforderungen

In Deutschland sowie auch international sind es unter den BOS vor allem die Feuerwehrkräfte, die in der Bevölkerung ein hohes Ansehen genießen und denen das größte Vertrauen der Bürgerinnen und Bürgern entgegengebracht wird. Dennoch sind trotz vorhandener Qualitätsmanagementsysteme selbstverständlich auch Rettungskräfte nicht unfehlbar. Sie sind mit enormen Herausforderungen konfrontiert: Einerseits muss der Schutzpflicht gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern nachgekommen werden. Andererseits sind die Arbeitsprozesse durch eng umrissene Dienstvorschriften, die eingehalten werden müssen, bestimmt. Die dabei erlebten Zielkonflikte schlagen sich vor allem in neuen, unbekannten und komplexen Situationen nieder, in denen unter Zeitdruck und unter unvollständigen bzw. unzureichenden Informationen Entscheidungen getroffen werden müssen. Gerade in diesen Momenten, in denen oft Sekunden entscheidend sind, kann das Handeln unter Zielkonflikten schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.

Vorgehen und Methoden

Untersuchungsgegenstand ist das Einsatzgeschehen der mitwirkenden BOS. Es wird einerseits dahingehend analysiert, ob und wie Fehler bzw. Handlungsabweichungen identifiziert werden. Andererseits wird der derzeitige Umgang mit Fehlern im gesamten Führungsprozess mit Bezug auf zwei Ebenen, Löschzug und Führungsstab, und die für diese Zielgruppen entwickelte Aus- und Fortbildung betrachtet. Dies erfolgt unter anderem über eine Analyse der für ein Fehlermanagement relevanten Arbeitsprozesse, eine Analyse der Ordnungsmittel, indikatorgestützte Beurteilungssysteme und Risikoanalysen.

Zielsetzung

Als theoretische Ausgangsbasis für das Verbundprojekt soll zunächst ein Fehlermodell entwickelt werden, das daraufhin zur Ausarbeitung eines Fehlermanagementkonzeptes herangezogen wird. Nur durch eine Einbindung dieses Fehlermanagementkonzepts in alle Prozesse von der Ausbildung bis zum Einsatzgeschehen in den beteiligten BOS ist ein Wandel der Fehlerkultur zu erreichen. Aus diesem Wandel wird langfristig eine Minimierung der Gefahren für Bürgerinnen und Bürger sowie zudem auch für Feuerwehrleute selbst erwartet.

Projektträger

Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit 2012 bis 2017“ als Teil der Fördermaßnahme „Anwender – Innovativ: Forschung für die zivile Sicherheit“ finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter der Projektträgerschaft des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI).